Sehenswürdigkeiten im Gemeindegebiet

=> Swister Turm

Der Swister Turm ist ein Überrest der alten Pfarr—und Wallfahrtskirche des untergegangenen Dorfes Swist auf dem Swisterberg (erbaut ca. 1100-1125). Fundamentreste des Kirchenschiffes werden dem 9. Jahrhundert zugeschrieben. Archäologische Funde aus der Römerzeit deuten auf die Errichtung der ersten christlichen Kirche über einem römischen Heiligtum hin. 1828/1830 wurde das Kirchenschiff wegen Baufälligkeit abgerissen, 1854 wurde dann der Turm wieder als Betraum hergerichtet. Nachdem im Jahr 2002 die Pfarrgemeinde Eigentümerin wird, gründet sich der Verein "Swister Turm e. V." mit dessen Hilfe im Juli 2006 der Turm wieder in neuem Glanz erstrahlt. (Weitere Infos auf den Internetseiten des Vereins, Link siehe unten.)

=> Wasserburg Kühlseggen

Bei Weilerswist, zwischen dem Fluss Swist und Erft, liegt auf einem hohen Hügel die Wasserburg Kühlseggen. Es handelt sich um eine als Privathaus umgebaute Wasserburg mit großer Vorburg, deren Anfänge im 15./16. Jahrhundert liegen. Bis 1962 war die Wasserburg nicht bewohnt, und ihre Gebäude verfielen zusehends. Dann wurden diese umfassend renoviert und wieder aufgebaut, um sie als privaten Wohnsitz zu nutzen. Die privat bewohnten Gebäude, zu denen eine landwirtschaftlich genutzte Vorburg gehört, stammen im wesentlichen aus dem 16./17. Jahrhundert. Bis weit in das 19. Jahrhundert standen die Gebäude der Burganlage auf zwei Inseln: einer hoch aufgeschütteten mit dem Herrenhaus und einer zweiten Insel, auf der die Vorburg stand. Das Aussehen der ersten Burganlage ist heutzutage nicht mehr nachvollziehbar. Historiker vermuten aber, dass es sich dabei möglicherweise um eine Motte mit Wohnturm auf der Hauptinsel gehandelt haben könnte. Der Burg angeschlossen ist ein großer landwirtschaftlicher Betrieb. Es ist eine sehr schöne Burg mit einem wundervollen Burggarten.

=> Burg Bodenheim

Die Burg Bodenheim ist der älteste und einzige noch erhaltene Adelssitz der ehemaligen Herrschaft Kerpen-Lommersum. Sie liegt im gleichnamigen Ort Bodenheim. Die Ursprünge der Burg liegen im Dunklen, doch mit der urkundlichen Erwähnung eines gewissen Eigils um das Jahr 950 gibt es erste Hinweise auf ein adliges Anwesen in Bodenheim. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich dabei um eine Motte handelte. Um 1350 ist dann im Lehenverzeichnis schon von einem castrum die Rede, was beweist, dass es sich zu dieser Zeit bereits um eine zweiteilige, in Vor- und Hauptburg getrennte Wasserburg handelte. Dieser Grundriss ist bis heute noch erhalten. Eine Urkarte von 1812 zeigt, dass Bodenheim eine zweiteilige, in Vor- und Hauptburg getrennte Wasserburg war, und damit den heute noch existierenden Grundriss damals schon aufwies. In französischer Zeit (1794-1815) war das Anwesen jedoch unbewohnt und verfiel bald sehr, da Regen und Sturm ihm schwere Schäden zufügten. Daher erwogen die Eigentümer um 1815 einen Neubau. Da ein solcher Neubau aber wohl wesentlich teurer ausgefallen wäre als eine Restaurierung, entschlossen die Eigentümerinnen sich zur Wiederherstellung des Altbaus. In den 1980er Jahren begann mit der Instandsetzung der Dächer die bisher letzte Bauphase der Burg. Anschließend wurde das Äußere des Herrenhauses renoviert und mit einem gelblichen Putz versehen. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde dann das Innere saniert und in drei Wohnungen aufgeteilt. Insbesondere im Ostflügel waren dafür – teilweise aus statischen Gründen – Änderungen der Raumaufteilung nötig. Die ehemalige Hauskapelle hingegen ist nicht mehr erhalten. Auch der Wassergraben ist seit einigen Jahren trocken und von einer östlichen Zufahrt unterbrochen. Burg Bodenheim befindet sich in Privatbesitz und wird bewohnt. Eine Innenbesichtigung ist daher nicht möglich. Außerhalb des ehemaligen Wassergrabens kann sie, beispielsweise vom Erft-Radweg aus, von Außen besichtigt werden.

=> Burg Klein-Vernich

Die beiden Burgen, Groß- und Klein-Vernich, sind Nachfolger des viel älteren und bedeutenderen Edelherrensitzes Vernich. Dieser lag südlich des heutigen Ortes Groß-Vernich am östlichen Erftufer. Heute erscheint Klein-Vernich als einfache vierflügelige Hofanlage mit umlaufendem Wassergraben, eine sogenannte Hofesfeste ohne ritterlichen Status in der Vergangenheit. Eine Vorburg hat es wohl auch in Klein-Vernich gegeben, wenn man der alten Zeichnung glauben kann: Ein freistehender strohgedeckter Wirtschaftsflügel seitlich des Herrenhauses war in vergleichbar schlechtem Zustand dargestellt und wurde als Rest eines dreiflügeligen Hofes gewertet; Grundlage des heutigen Hofes. Nachdem Anfang des 18. Jahrhunderts die spätgotische Kleinburg rettungslos verfallen war, erbaute man danach eine vollständig neue Hofesfeste. Diese verweist nur noch durch den umlaufenden Wassergraben und das wappengeschmückte, in Stein gehauene Hauptportal, auf ihre ritterliche Vergangenheit.

=>Spanisches Rathaus

An die habsburgische Zeit in Lommersum erinnert heute noch das sogenannte "spanische Rathaus". Das ist ein einstöckiger längsrechteckiger Barockbau mit drei ungegliederten Fensterachsen und Wappenkartusche über dem Eingangsportal. Der Name und Stil erinnern an den weitaus kunstvolleren "Spanischen Bau", der um 1605 - 1616 vor der Westseite des Kölner Rathauses errichtet wurde. Im „spanischen Rathaus“ fanden ab 1622, dem Beginn der spanischen Geschichte Lommersums, die Sitzungen der Spanischen Liga statt.